Antje von Dewitz - Wir müssen Verantwortung übernehmen
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Pioniere wie wir - Episode 10

Sie sitzt im Showroom am tischtennisplattengroßen Tisch, wo Händler sonst die neuesten Berg- und Radsport-Kollektionen begutachten. Um sie herum die Kulisse von Bodensee und Bergen. Familienunternehmerin und Vaude-Chefin Antje von Dewitz hat sich eine Stunde Zeit genommen, um mit Fabian Kienbaum den Podcast „Pioniere wie wir“ aufzunehmen. Heute Abend steht noch Klettern auf dem Programm. Seit zwölf Jahren ist sie Geschäftsführerin des Outdoor-Unternehmens, das sie konsequent nachhaltig ausgerichtet hat. „Wir wollen“, sagt sie, „die Auswirkungen unseres unternehmerischen Handelns so gestalten, dass wir Mensch und Natur nicht schaden, sondern sogar einen Mehrwert schaffen. Das heißt, wir wollen zu Lösungen für globale Probleme wie Klimawandel etc. beitragen.“ Es klingt überzeugt und leidenschaftlich, es ist eine Reise, auf die sie sich begeben hat: „Es ist machbar von hier aus, eine lebenswerte Welt zu gestalten.“ Um diese Themen geht es auch in ihrem ersten Buch „Mut steht uns gut“, das dieses Jahr erschienen ist. Darin beschreibt sie den Weg von VAUDE zu einem konsequent nachhaltigen Unternehmen und zeigt, wie wir gemeinsam Großes bewegen und vorantreiben können. Vaude hat mit dieser Mission Erfolg – die Marke genießt eine hohe Glaubwürdigkeit und wächst stärker als der umkämpfte Markt. Fabian Kienbaum, selbst Familienunternehmer in dritter Generation, reist für seinen Podcast regelmäßig zu den Familienunternehmern und -unternehmerinnen der jüngsten Generation. Er gibt ihnen eine Stimme, fragt nach, wie viel Lust und wie viel Verantwortung sie spüren, und will wissen, was sie antreibt: „Unseren Kindern eine lebenswerte Welt zu hinterlassen“ ist die Antwort von Antje von Dewitz.

**Antje von Dewitz **wuchs bei Tettnang am Bodensee auf. Der Vater Albrecht gründete 1974 das Familienunternehmen Vaude, der Name ist eine Abkürzung für die Anfangsbuchstaben des Familiennamens „von Dewitz“. Die Tochter studierte in Passau Wirtschafts- und Kulturraumstudien und hatte zunächst im Sinn, für eine NGO zu arbeiten, bevor sie sich entschloss, in das Unternehmen ihres Vaters einzusteigen. Sie wurde gleich damit beauftragt, einen neuen Geschäftsbereich aufzubauen und merkte, dass sie gerade hier sehr viel gestalten und bewirken kann, erzählt sie. Sie blieb, erhielt die Verantwortung für das Marketing, promovierte und übernahm im Jahr 2009 vom Vater die Geschäftsführung. Fortan richtet sie alle Prozesse im Haus konsequent an den Kriterien Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit aus. Von Dewitz ist politisch engagiert und gründete Anfang 2018 die Initiative „Bleiberecht für Flüchtlinge“. Die Fraktion der Grünen schickte sie als Kandidatin in die Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten. Die 48-jährige Familienunternehmerin, die ihre Mitarbeitenden dabei unterstützt, berufliche und persönliche Bedürfnisse zu verwirklichen, hat einen Traum: In zwei Jahren möchte sie gerne selbst eine Auszeit nehmen, den Rucksack packen und für zwei bis drei Monate auf große Trekkingtour gehen: „Ich liebe das Weitwandern und träume schon lange davon, Europa zu Fuß zu durchqueren.“

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