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Sep 23, 2021
CactusPodcast – 031 Kakteengeschichten – BUGA Erfurt 2021
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BUGA Erfurt 2021 – die Blumenstadt blüht – Episode 031

Die Bundesgartenschau in der Blumenstadt Erfurt – Petersberg, EGA-Park, Nördliche Geraaue

Es ist ein wilder Sommer, wenn ich nochmal einen Blick auf meinen Statusbericht in der Episode 028 werfe, dann habe ich das diffuse Gefühl: so richtig wird es der Situation nicht gerecht – aber so ist das Leben – es geht weiter und ist jeden Tag ein wenig anders – und so geht es auch mit meinem Tagebuch – aber es soll ja kein Tagebuch werden, nur so ein bisschen – und das Thema heute ist die BUGA – und dafür wird es höchste Zeit! – Eigentlich.
 
 

BUGA – Höchste Zeit!

Warum eigentlich?
Ein Podcast ist ja wie ein Buch, das liest man auch nie an dem Tag an dem es geschrieben wurde – deswegen ist der Podcast ein bisschen aktuell und auch zeitlos.
Und so bin ich heute mit zwei Missionen unterwegs: ich erzähle dir heute von MEINER BUGA.
Und weil ich mir das nicht ganz alleine anschauen mag, hab ich mir heute Verstärkung mitgebracht – es gibt gleich zwei besondere Interviewgäste und deren Blick auf das Gartenschaugeschehen in Erfurt.
Und ich habe heute eine spezielle Frage im Gepäck für „Frag den Kaktusgärtner“. Pilze beim Kaktus? Wenn neben dem Kaktus plötzlich ein Pilz sprießt – ist das gefährlich? Klären wir.
 
Die Bundesgartenschau ist in Erfurt – wieder!
Erfurt ist Blumenstadt, die Haages haben daran tatsächlich einen gewissen Anteil – und auf diese Leistung meiner Vorfahren und ihrer Kollegen bin ich ein bisschen stolz. 
Diesmal soll es aber nicht um die Geschichte aus der Zeit meiner Ururururgroßeltern gehen, sondern wir springen heute nur etwa 30 bis 60 Jahre zurück.
Mit Anlauf – wir brauchen jetzt von da ein bisschen, bis wir ins BUGA-Zeitalter zurückkommen.

CP031 Kakteengeschichten - BUGA Erfurt 2021

von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kakteengeschichten

https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2021/09/CactusPodcast-031-buga-erfurt-2021.mp3

BUGA Erfurt im Überblick

Die Bundesgartenschau gibt es an zwei Standorten:
  • auf dem Petersberg – genau in der Mitte von Erfurt – direkt gegenüber von Dom und Severikirche.
  • und im EGAPark im Südwesten der Stadt
  • nicht minder wichtig ist die neue Landschaft in der nördlichen Geraaue – hier ist Stadtentwicklung pur passiert – ein echtes Geschenk an die Erfurter – und es kostet im Gegensatz zu den ersten Punkten nicht mal Eintritt
  • außer den Standorten in unseren wunderschönen Blumenstadt kannst du noch sage und schreibe 25 Außenstandorte in ganz Thüringen besuchen – Gärten, Schösser, Parks und nicht zu vergessen – auch das Rosarium in Sangerhausen gehört dazu – da wurde kurzerhand mal ein Stückchen Sachsen-Anhalt eingemeindet. Die vollständige Liste der Außenstandorte packe ich dir in die Shownotes zur Episode #031
 
Das wird heute eine große Episode – eigentlich mehr als genug Material für zwei – aber ich wollte damit fertig werden – deswegen in einem Rutsch – und ich nehme mir heute die
beiden Bereiche Petersberg und EGAPark vor.
 
Der Petersberg wurde in der Vergangenheit als Un-Ort bezeichnet, für viele Erfurter war er auf dem Erfurter Stadtplan teilweise ausradiert.
Warum? Ganz zu Beginn der Erfurter Stadtgeschichte, Anfang des 12. Jahrhunderts haben sich am Petersberg Mönche angesiedelt, daraus entwickelte sich ein Kloster mit der großen Kirche St. Peter und Paul. Das Kloster bekam bald auch im militärischen Sinne Bedeutung. Zuerst waren es Bürger und Bauern aus Erfurt und Umgebung, die das befestigte Klostergelände in der Zeit der Bauernkriege (um 1525) besetzten. Im Dreißigjährigen Krieg waren es die schwedische Truppen unter Gustav Adolf. Ab 1665 wurde auf dem Petersberg eine Zitadelle gebaut und seitdem war der Petersberg immer wieder Schauplatz und Spielfeld der Geschichte – und militärisch besetzt. Preußisch, französisch, dann wieder preußisch. Ob das Deutsche Heer und die Reichswehr auf dem Petersberg gesessen haben weiß ich nicht, die Wehrmacht, die Kasernierte Volkspolizei und die Nationale Volksarmee. Alle haben ihre Spuren und auch Toten auf und im Berg hinterlassen. Während der DDR Zeit kam auch noch die Stasi dazu.
In der Summe sind das Einflüsse die keine Wohlfühlatmosphäre schaffen.
 
Aber wie war das jetzt mit den gruseligen Gefühlen ob der Stasi direkt hinterm Gartenzaun? Wie habe ich das in den 1980er Jahren erlebt.
Zum Verständnis nochmal: Erfurt – Thüringen – das war früher DDR. 
Für mich war der Petersberg in der Schulzeit sowas wie meine zweite Heimat. In der Zitadelle war das Pionierhaus. Wie erkläre ich das heute, wo es nichts vergleichbares gibt. Vielleicht ein bisschen wie Pfadfinder, ein wenig subtile Beeinflussung gibt es dort ja auch. Aber darum ging es nicht vordergründig. Wenigstens habe ich als Kind davon nichts bemerkt. Also nicht mehr als in der Christenlehre – um einen Vergleich zu finden.
Ich war auf dem Petersberg und bin im Verkehrsgarten Fahrrad gefahren. Das hatte nichts mit Kakteen zu tun – und mit der Stasi auch nicht. Obwohl ich mir da am Ende nicht mehr so sicher war – denn diese Arbeitsgemeinschaft wurde ja von echten Volkspolizisten geleitet. Aber die waren ganz offenbar genauso ehrlich wie ich sie empfunden habe – in meiner Akte findet sich über die Zeit nix.
Hatte ich Gruselgefühle, weil ich ein gefühltes Viertel meiner Schulzeit direkt vor den Toren der Stasi verbracht habe? Nein, nicht die Bohne! Möglicherweise war ich auch einfach nur abgehärtet – schließlich bin ich seit meiner Kindheit zweimal täglich an einer massiv bewachten NVA-Kaserne vorbeimarschiert. Die Männer habe ich in erster Linie bedauert. Tag und Nacht stehen und aufpassen, hart gucken. An Feiertage wie Ostern oder Weihnachten haben wir kleine Geschenke hingebracht – das fand ich immer sehr mutig von meinen Eltern. Der Petersberg war für mich ausschließlich positiv besetzt. Und ganz früher war in der riesigen Defensionskaserne auch noch die Kinder- und Jugendbibliothek untergebracht. Da hab ich mich gewundert, das ich dort über Kakteenbücher von einem Autor gestolpert bin, der genauso hieß wie mein Großvater. Aber Kakteen haben damals für mich noch nicht so die Geige gespielt.
Aber runtergekommen sah es hier schon aus. So wie in vielen, weniger begangenen Ecken der DDR. Das hab ich noch in Erinnerung. Und den Zusammenhalt.
Für mich war es auch die Zeit, in der mein Großvater Walther Haage entweder an der Schreibmaschine klapperte, oder mit seiner Lupe guckte – die seine Augen so schrecklich groß werden ließen wie die vom Wolf in Rotkäppchen. Mit der Lupe hat er stundenlang Dias begutachtet. Heute weiß ich, wie mühsam es war, diese Bilder aus der halben Welt zusammenzutragen – das war seine Möglichkeit, einen Eindruck zu bekommen, unter welchen Umständen die Pflanzen am heimatlichen Standort wachsen – denn eine Reise in die Heimat der Kakteen – das blieb für Walther Haage zeitlebens nur ein Traum. Und trotzdem ist es ihm gelungen, so wunderbare Bücher über Kakteen zu schreiben, die noch heute gefragt sind und mit Begeisterung gelesen werden.
 
Auch für meinen Großvater war Erfurt Blumenstadt – und er hat diesen Fakt mit Begeisterung in die Welt getragen. Er war ein glühender Botschafter für seine Heimatstadt – und er hat mir – immer nur beiläufig spannende Geschichten über die Stadt, über Kakteen und über unsere Familie erzählt. So dezent, dass es immer faszinierend war – und rar.
Überhaupt nicht rar waren dafür die Besucher, die er durch unsere Gärtnerei geführt hat – selbst als sein früherer Betrieb 1972 verstaatlicht worden war. Ich treffe noch heute so viele Menschen, die mit Begeisterung von der Begegnung mit meinem Großvater erzählen … ich gehöre auch dazu!
Vor wenigen Tagen hat sich einer der damaligen Besucher in der Gärtnerei gemeldet und mir nicht nur die Begegnung mit meinem Großvater mit leuchtenden Augen geschildert, sondern auch, dass ihn Walther Haage nach dem Besuch „sogar in seinem Wagen“ zum Bahnhof gefahren habe“. Nach über 50 Jahren kam er dann wieder nach Erfurt um zu schauen, was sich seit der Zeit von Walther Haage geändert hat – und ob es in Erfurt noch Kakteen gibt. Mein Vorhaben, ihn wie mein Großvater nach seinem Besuch wieder in meinem Wagen zum Bahnhof zu fahren, ist leider gescheitert. Er war im eigenen Daimler aus München angereist. 
Ich weiß gar nicht, ob er sich vorher die BUGA angeschaut hat – dahin springe ich jetzt jedenfalls zurück und erzähle, wie mich der Petersberg umgehauen hat.
 
Es ist ja ein bisschen gemein – wenn du eine Überraschung mit vorbereitest – dann gehörst du zu denen, die dann nicht mehr überrascht werden.
Ich bin als Präsident der Thüringer Gärtner aber auch einfach so, weil mir das Thema unter den Nägeln brennt schon seit über zehn Jahren am Thema BUGA dran – und in die Planungen involviert und habe Besprechungen, Pressekonferenzen und Baustellenbegehungen hinter mir. Und trotzdem habe ich die ersten Eindrücke vom Petersberg wie die meisten Erfurter über Youtube gesammelt. Ich bin echt dankbar, dass das BUGA-live-Team da so aktiv war und täglich über neue und schöne Details berichtet hat. Und trotzdem, als ich Anfang Mai endlich mit meiner Familie zum ersten Mal auf das fertig gestaltete Petersbergplateau kam, da hat mich die Schönheit fast aus den Latschen gehauen. Die Bepflanzung der Beete, die einfach nur Leichtigkeit verströmten, die Menschen die genießend auf den Wegen flanierten, quer durch das blaue Band, dass sich bis zur Kirche zog, die außen und innen sanierte Peterskirche, die ich schon in verschiedenen Stadien erlebt hatte, die Defensionskaserne, die mit minimalem Aufwand wieder nutzbar gemacht worden war. Ich hab an dem Tag kaum was gesagt, so voll war ich, mit den Eindrücken.
Der Petersberg war für mich an dieser Stelle geheilt.

BUGA im Interview: OB Andreas Bausewein

Damit du aber nicht nur meine Eindrücke und Geschichten hörst …
habe ich mich über den Petersberg mit dem obersten Erfurter unterhalten: unserem Oberbürgermeister Andreas Bausewein – und wir springen hier einfach mal in das Gespräch im Rathaus – und zu Beginn ist es etwas technisch: wie es kam, dass die Festungsanlage heute noch so gut erhalten ist. Die ersten Schritte hat sein Vorgänger, Oberbürgermeister Manfred Ruge in die Wege geleitet …
Andreas Bausewein erzählt über seine Kindheit auf dem Petersberg, die Beklommenheit, wo heute seine Lieblingsplätze sind, was nach der BUGA bleiben wird und was schon neues geplant ist. Er plaudert locker über das wachsen der BUGA und auch die politischen Hürden die für die BUGA überwunden wurden.
 
Worüber haben wir noch nicht gesprochen?
  • Gartenschätze im Festungsgraben
    • die Gärtner geben sich viel Mühe, damit alles schick aussieht
    • hier kannst du Tee probieren der gleich aus dem Beet zwei Schritte weiter geerntet wurde
  • der Weg dorthin macht am meisten Spaß, wenn du die Rutschen durch die duftenden Kräuter in den Festungsgraben benutzt (die sind nur noch bis zum Ende der BUGA da!)
  • vor der Rutsche gibt es übrigens nicht nur ganz tolle Gartenmöglichkeiten zu entdecken, im Container gibt es auch Crepes und Kuchen zum Kaffee – und die Mannschaft hat definitiv die coolsten Sprüche der BUGA drauf
  • von den Gartenschätzen kommst du direkt in den KreativGarten
    • dort kannst du chillen, spielen, etwas trinken und es gibt richtig leckere Burger!
  • die Ravelins und Bastionen sind nicht immer zugänglich – aber wenn – dann entdeckt man echte Biotope, wenn man sich durch die schmalen Treppen nach oben gefunden hat – halte die Augen offen!
  • hier und da entdeckst du diverse Dome – also Kugelbauten rund um den Festungsgraben
  • auf der großen Wiese im Festungsgraben gibt es die große Bühne mit Konzerten und vielen anderen Veranstaltungen
  • hinter den Wänden sind übrigens Horchgänge versteckt – man kann unterirdisch hinter der Festungsmauer fast den ganzen Petersberg unterwandern
  • in der Nähe der Bühne ist auch das Vinarium dort gibt es Wein – übrigens auch alkoholfreien – und einen speziellen Weinberg an dem die Winzer den Rebschnitt trainieren
  • zurück aufs Plateau kommst du am besten durch die Poterne mit Pilzen – guck vorher mal nach oben, dort hängt das prunkvolle Wappen von Kaiser Wilhelm
  • Defensionskaserne mit Hofladen mit einem wirklich genialen Sortiment von allem was Thüringen ausmacht
  • und Gastronomie – Blick bei einem Glas Wein auf die Stadt (Geheimtipp mit dem Feierabendticket)
    • probieren solltest du die BUGAPerle an der Grillhütte auf dem Plateau
  • Peterskirche inside – Stiftung Thüringer Schlösser und Burgen – aber auch einfach so toll
  • vor der Kirche: Wasserspielplatz mit begeisterten Kindern – denen könnte ich stundenlang zuschauen  – um die Ecke dann
  • Outdoorkirche (nicht Küche!) mit Andachten und Gottesdiensten verschiedener Religionen und der kleine aber feine Klostergarten
  • Ausgrabungsstätte – eine riesige Buddelkiste – hier waren vor gar nicht langer Zeit noch die Archäologen am Start – und vermutlich haben sie das eine oder andere vergessen mitzunehmen
  • und: wer nicht so viel Zeit hat – der Petersberg geht auch in schnell

Frag den Kaktusgärtner

Der Pilz im Topf beim Kaktus – Gefahr oder essbar?
Gerhard schreibt:
einen Besuch auf der BUGA mit Freunden haben wir selbstverständlich mit einem Besuch der Gewächshäuser von Kakteen Haage verbunden. Als wir wieder zuhause ankamen, staunte ich nicht schlecht, als ich in einem Grundbeet unseres Kakteenhauses mehrere große Pilze zwischen den Kakteen entdeckte. Das Grundbeet habe ich vor ca. 3 Jahren angelegt und ca. 25 cm tief mit Haage Kakteenerde gefüllt. Schaden diese Pilze den Pflanzen und was kann ich dagegen tun?
Ich war einige Tage im Urlaub – meistens im Wald und bin dort laufend über ganz viele Pilze gestolpert. Und so richtig lassen mich die Kakteen auch im Urlaub nicht los – deswegen habe ich mich zufällig mit genau dieser Frage befasst.
Um die wichtige Antwort vorweg zu nehmen: wenn im Beet oder auch im Topf die Pilze sprießen – keine Panik – die schaden den Kakteen nicht.
In der Erde – auch in unserer Kakteenerde leben unzählige Pilze. Auf Planet Wissen gibt es einen schönen Überblick, wie viele Lebewesen – darunter auch die Pilze – im Boden unterwegs sind. Dort wird die Zahl von 25 Tonnen pro Hektar Bodenfläche genannt. Dort geht es allerdings um Waldboden und nicht um Kakteenerde. Ich gehe da von weniger aus. (Link in den Shownotes)
sie sind aber ein guter Anzeiger für die Situation in Ihrem Kakteenbeet.
Pilze entwickeln sich bei Feuchtigkeit und mit Humus.
Feuchtigkeit: wer im Sommer für einige Tage verreist, der wird vielleicht vorher noch schnell seinen Pflanzen etwas mehr Wasser als sonst geben. Manchmal reicht das schon, um Pilzen ausreichend Feuchtigkeit zum wachsen zu geben.
Die Aussage „Hochwertige Blumenerde enthält wenig Torf, Pilze wachsen also hier seltener.“ halte ich für gewagt, denn der Torf wird ersetzt und der Ersatz sind oft Rinden- oder Holzschnitzel oder ähnliches organisches Material. Und auch das wird über kurz oder lang genauso gern von Pilzen zersetzt. [Zitat: Auch hochwertige Blumenerde ist vor Pilzbefall nicht sicher]
Auch in unserer Kakteenerde ist Torf enthalten – aber seit einiger Zeit haben wir begonnen, den Torf teilweise zu ersetzen, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit nicht so groß, dass ein Myzel nach drei Jahren erwacht – aber nicht unmöglich!
Gute Chancen haben Pilze hingegen auf handelsüblichen Rindenmulch der in vielen Erden verwendet wird.
In beiden Fällen droht aber keine Gefahr. Du kannst die Pilze einfach entfernen. Wichtig ist, wenn Pilze gewachsen sind, dann war es feucht – also Beet oder Töpfe für einige Tage abtrocknen lassen, ggf. noch die Oberfläche etwas auflockern. Diese Pilze schaden den Kakteen nicht.
Aber: Menschen mit empfindlichen Atemwege und Allergiker können auf die Sporen der Pilze reagieren.
 
Ich bin übrigens nicht alleine mit den Pilzen, im Urlaub habe ich unterwegs eine Episode On the ledge mit Jane Perrone gehört – und just auch da ging es um die Pilze in den Töpfen von Zimmerpflanzen – hier geht’s zur Episode: https://www.janeperrone.com/on-the-ledge/2019/11/8/episode-116-hippeastrums

Die Bundesgartenschau ist in Erfurt – wieder!

Die ersten Vorläufer der Gartenschauen hat es in Erfurt schon vor etwa 180 Jahren, die erste Deutsche Land- und Gartenbauausstellung fand 1865 statt, also vor 156 Jahren.  Und
eigentlich könnten wir in diesem Jahr eigentlich 60 Jahre Egapark feiern – ein bisschen ist das ja auch passiert – und wenn du es so sehen möchtest – sogar volle Kanne – die BUGA ist doch eine einzige Gartenparty.
Aber: die Geschichte will ich heute nicht vertiefen – das finde ich so spannend, darum kümmere ich mich nochmal genauer in einer eigenen Episode. 
 
 
Betten beziehen – das war die Antwort gleich mehrerer BUGA Mitarbeiterinnen auf die Frage: Was machen Sie eigentlich nach einer knackigen BUGA Woche?
Dazu solltest Du wissen:
so ein BUGA Jahr, das hat es echt in sich! Für mich sieht es im Grunde so aus, wie ein halbes Jahr Festival begleiten – früh raus zum vorbereiten und abends lange on und danach wieder klar Schiff machen, denn am nächsten Morgen geht’s ja weiter – und zwar ohne Wochenende. Klar sind da viele Hände im Spiel, um diese Mammut-Aufgabe zu schaffen, aber Fakt ist: vom nine-to-five Job sind BUGALeute weit entfernt. Das beginnt ganz oben bei der BUGA-Chefin Katrin Weiß.
Wenn ich auf der BUGA unterwegs war, dann habe ich sie fast jedes mal irgendwo getroffen. Entweder mit einer VIP Führung oder lachend im Gespräch mit Besuchern, oder mit ihrer Familie privat. Diese Frau lebt ihren Job. Und nicht nur den – sie ist ja außerdem noch die Chefin des EGA-Parks und die amtierende Direktorin des Deutschen Gartenbaumuseums. Und das ist das Stichwort – denn dort habe ich Kathrin Weiß getroffen, m Kanonenhof im Deutschen Gartenbaumuseum im Erfurter EGAPark – mitten im BUGA-Gelände:
 

 
Kathrin Weiß
  • Kakteen – das sind bis heute Pflanzen, die viele Menschen lieber aus sicherer Entfernung anschauen…
  • Sie haben als BUGA Chefin schon viele Führungen durch das Wüstenhaus hinter sich. Bei der ersten mit Bodo Ramelow durfte ich schon dabei sein. In der letzten Woche war Bundespräsident Steinmeier auf der BUGA, war er auch im Danakil?
  • Einer meiner Lieblings Orte ist ja das Wadi durch das man gehen muß, um dann die große Weite der Wüste entdecken zu können. Welche anderen großen Namen und wie viele ganz normale Menschen sind hier schon hindurchgewandert?
  • Sie sind im Moment Hüterin von – wie viele Millionen Pflanzen gibt es eigentlich auf dem BUGA-Gelände etwa? Und wie viele Gärtner sorgen dafür, dass die Pflanzen immer Tip-Top aussehen?
  • Zurück zu den Kakteen: im Wüstenhaus werden ja ganz viele Geschichten über die Pflanzen erzählt, welche hat Sie am meisten überrascht?
  • Im Interview haben Sie vor einem Jahr gesagt: „Wenn wir uns im Juli 2021 wieder treffen würden, dann wäre die Buga fast zur Hälfte vorbei. Was würden Sie mir dann gern berichten wollen?
    „Ich würde gern erzählen, dass unsere Kooperationspartner, die mit uns die Gartenschau vorbereiten, begeistert vom Gelände sind. Und ich möchte schon in viele zufriedene Gesichter gesehen haben. Die Gäste sollen nach einem Tag auf der Buga sagen, dass sie bald wiederkommen und Freunde sowie Familie mitbringen.“
noch mehr Details über das wachsen und werden hat Kathrin Weiß im Interview auf mdr Kultur im Juni zum Bergfest erzählt – hör mal rein
 

BUGA – Nachtrag

um die BUGA-Geschichten rund zu machen, noch ein Nachtrag zum Petersberg

  • ich hab ja schon erzählt – ich bin im Verkehrsgarten als Schüler mit dem Fahrrad herumgefahren – was mir in Erinnerung kam: ich habe hier meinen ersten Titel in meinem Leben geholt: ich war DDR-Meister im Fahrradgeschicklichkeitsfahren 🙂 das war echt cool!
    Und damals wusste ich noch nix vom Titel meines Ururgroßvaters Ferdinand Haage der ja Weltmeister auf dem Hochrad gewesen ist. Das durfte ich im vergangenen Sommer auf der Erfurter Radrennbahn auch mal probieren – echt knifflig! (hier kannst du sehen wie ich auf dem Hochrad herumfahre – MDR Mediathek)
    Und – damals war ich zum ersten Mal in der riesigen Peterskirche, die damals in der DDR ein Papierlager war. Wir haben dort unsere Fahrräder um die Wette repariert.
  • mein zweiter Besuch war vor etwa 15 Jahren, damals haben wir den Zwischenboden angeschaut, den es heute nicht mehr gibt – das war damals eine Turnhalle im Obergeschoß und wir hatten überlegt, hier die Premiere vom KaktusKochbuch zu stattfinden zu lassen 
  • wer übrigens wissen möchte, wie trostlos es auf der Baustelle etwa ein Jahr vor der BUGA auf dem Petersberg aussah, der kann das auf Google Maps noch sehen, dort sind nämlich noch die Baustellenbilder zu sehen – obwohl, trostlos ist eigentlich falsch, da war richtig fett Verkehr! Ich hatte das Glück, immer mal wieder gucken zu dürfen, wie es sich entwickelt und ich kenne das eine oder andere Problem, das gelöst werden musste, damit es heute so ein wunderbarer Platz geworden ist.
 

Und noch ein bisschen Hintergrund zum EGAPark 

  • viele Menschen aus dem Osten kennen das Gelände noch als die iga. Der Hintergrund: im Jahr 1961 wurde in Erfurt die erste internationale Gartenschau der sozialistischen Länder eröffnet. Die Planung dafür hatte der Landschaftsarchitekt Reinhold Lingner gemacht.
  • Die Geschichte des egaParks hat schon lange vor dem zweiten Weltkrieg, genauer hat es bereits 1885 begonnen. Der Festungskommandeur August von Hedemann, damals auch Mitbegründer des Erfurter Gartenbauvereins und des Stadtverschönerungsvereins hatte sich dafür eingesetzt, dass die ehemalige Citadelle Cyriaksburg für die Erfurter nutzbar gemacht wird. Dazu wurden als erstes Anpflanzungen begonnen. In den 1950er Jahren entstand der Erfurter Kulturpark. In den Anfängen gab es sogar eine Park-Eisenbahn, der Blumenexpress mit dem man auf 1600 Metern Gleis durch die Beete gefahren wurde. 
  • die Ausstellungen zogen in guten Jahren bis zu 3,5 Millionen Besucher an – und für viele Erfurter war es schon damals „ihre iga“
  • schon vor der Wende begann der Lack zu blättern, mit der Wende wurde die iga in EGA für Erfurter Gartenbauausstellung umbenannt, die Erhaltung des inzwischen 57 Hektar großen Geländes wurde schwieriger. Ein Teil wurde als Messe, ein anderer als Landesfunkhaus ausgegliedert.
  • mit der Entscheidung Richtung BUGA 2010 wurde das Gelände Schritt für Schritt saniert und aufgewertet und strahlt heute in neuem Glanz

… und heute?

was bleibt eigentlich von der BUGA? Diese Frage habe ich in letzter Zeit immer häufiger gestellt bekommen. Kathrin Weiß übrigens auch, ich hab sie gestern nochmal getroffen. 
 
Um die Kakteen hier auch nochmal in den Fokus zu bringen – auch wenn manches nach der BUGA ab Oktober zurückgebaut wird – die Kakteen im BUGA-Gelände bleiben uns definitiv komplett erhalten. Wer es also bis jetzt noch nicht auf die BUGA in Erfurt geschafft hat, Kakteen gibt es auch danach zu erleben. Und im Danakil Klimazonenhaus wachsen die Pflanzen und haben noch viel Platz nach oben.
Wenn du dich jetzt fragst, warum ich darüber noch gar nichts erzählt habe – das Danakil Wüstenhaus bekommt seine ganz eigene Episode – ob das tatsächlich gleich die nächste wird, dass weiß ich noch nicht – in jedem Fall darfst du darauf schon gespannt sein.
 
 

Und jetzt?

Was mich im Moment sehr bewegt – diese Episode wird wohl selbst nach dem Schnitt mehr als die Stundenmarke knacken. Wo ist für dich das Maß des erträglichen? Ist eine Stunde zu lang, sollen es lieber nur 20 Minuten sein?
Und: warst du schon auf der BUGA? Was hat dir besonders gefallen?
Schreib mir was du magst! Per Mail an studio@cactuspodcast.de 
 
Bis dahin alles Gute, bleibe gesund und vielleicht magst du auch mal BUGA-Luft in Erfurt schnuppern!
 
Stay tuned! 
Schöne Grüße aus der Blumenstadt Erfurt
Ich bin Ulrich Haage und schicke Grüße aus der Kakteengärtnerei.
 

Shownotes:

darüber habe ich erzählt:

Veranstaltungen und Termine

mdr Gartem – im Danakil Klimazonenhaus
30.9.2021 – Wie topfe ich große Epicactus-Hybriden um? Live vor dem Glashaus (Nähe Danakil)
10.10.2021 – fuminanter Abschluß der BUGA in Erfurt

 
… und wie immer freu ich mich auf dein Feedback.
 
  

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Auch diesmal habe ich mir wieder viel Mühe gegeben, die Shownotes mit noch mehr Informationen zu ergänzen.

 

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Interviews im CactusPodcast:

 
 

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