#23 Genitalverstümmelung: es ist keine Tradition, es ist Folter
Play • 1 hr 13 min

Diese Folge wurde mit viel Herz von Anemone aufgenommen. Sie ist Vorstandsmitglied beim Club München-Schwabing und macht zusammen mit Manuela Nitsche die SI Deutschland Podcasts.

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TRIGGERWARNUNG:

Der folgende Podcast behandelt das Thema Genitalverstümmelung bzw. FGM. In diesem Podcast geht es also um die explizite Darstellung oder Erwähnung körperlicher, seelischer, oder sexualisierter Gewalt.

Diese Folge könnten einige Zuschauer:innen deswegen beunruhigend finden. Höre diese Folge deshalb NICHT an bzw. nicht alleine an, wenn du dich dabei nicht wohl fühlst und Bedenken hast. Wenn du selbst von FGM bzw. Genitalverstümmelung betroffen bist und Hilfe brauchst, wende dich bitte an Folgende Beratungs - bzw. Hilfestellen:

www.donnamobile.org

www.nala-fgm.de

www.netzwerk-integra.de

https://imma.de/einrichtungen/wüstenrose

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Laut UNICEF leben in rund 30 Ländern über 200 Millionen genitalverstümmelte Mädchen und Frauen. Und jedes Jahr sind weitere drei Millionen Mädchen in Gefahr, Opfer dieser Praxis zu werden.

Und wenn wir das auf Deutschland beziehen: 67.000 Frauen und Mädchen sind von Genitalverstümmelung in Deutschland betroffen. Davon sind 12.000 zusätzlich gefährdet.

Wir leben immer noch in einer Welt, in der Tradition wichtiger ist als Menschlichkeit - und das wird in diesem Podcast noch einmal klarer.

Weibliche Genitalverstümmelung ist keine Kultur und und hat keine Religion als Legitimation - es ist Folter, die immer noch in einigen Ländern fortgeführt wird. Besonders betroffen davon ist der afrikanische Kontinent bzw. mehrheitlich afrikanische Länder.

In diesem Podcast spricht Anemone mit Fadumo Korn und Marie-Jules Mbang - zwei unglaublich mutige und bewundernswerte Frauen, die sich schon seit einigen Jahren sehr intensiv für das Thema Genitalverstümmelung bzw. FGM und die Rechte der Frauen einsetzen. Wir sprechen anfangs über ihre Geschichte - wie es dazu kam, dass sie sich für Genitalverstümmelung einsetzen und das Fadumo selbst Opfer dieser Tradition wurde. Daraus schöpfte sie die Kraft des bisher 25 Jahre andauernden Kampfes gegen weibliche Genitalverstümmelungen.

Wir sprechen auch darüber, was Genitalverstümmelungen überhaupt sind, wie es funktioniert - also welche Praktiken genutzt werden - wer davon besonders betroffen ist und welche traditionellen Hintergründe dahinter stecken. Sie berichten mir aber auch über die körperlichen und vor allem mentalen Folgen, mit denen Mädchen und Frauen jahrelang danach immer noch kämpfen müssen. Normales Wasser lassen, Sport treiben, der einfache Abfluss der Menstruation oder Geschlechtsverkehr ist für die meisten Frauen dadurch eine tägliche Tortur. Es bilden sich Krankheiten, die das alltägliche Leben für diese Mädchen und Frauen schwerer machen.

Wir sprechen auch über die rechtlichen Aussichten in Deutschland, dem politischen Engagement der beiden und über den stärkeren Support westlicher Seite, der immer noch ausbaufähig ist.

Wie kann man sich Hilfe holen? Wo kann man sich noch informieren? Gibt es die Möglichkeit einer medizinischen Rekonstruktion? Was kann die westliche Politik noch besser machen?

Das alles und vieles mehr besprechen wir in diesem emotionalen Podcast.

Wenn ihr weitere Informationen für eine Betroffene benötigt, oder selbst betroffen seid - hier findet ihr Hilfe!

www.donnamobile.org

www.nala-fgm.de

www.netzwerk-integra.de

https://imma.de/einrichtungen/wüstenrose

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