Sehen und Gesehen werden
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„Sehen und gesehen werden“ sagt meine Freundin in der Pause eines Konzertes zu mir und fordert mich damit auf, mit ihr durch das Treppenhaus der Stadthalle zu flanieren.

Was als Pausenfüller amüsant sein und zu netten Begegnungen führen kann, ist beim Beten fehl am Platz. Jesus und seine Jünger waren es von Kind an gewohnt, dreimal am Tag zu beten. Morgens, mittags und abends. Oft ging man zu der Zeit in den Tempel oder in die Synagoge, um gemeinsam mit den Versammelten Gott anzubeten. Kein Flanieren und Schauen: "Sieht mich der Rabbi? Ach, mein Nachbar hat sich auch mal aufgemacht."

Es geht auch nicht um auffällige Formulierungen oder wer redet so laut und ausschweifend, dass ich ihn raushören kann.

Nein, Jesus sagt seinen Schülern: Nicht sehen und gesehen werden, sondern: „Euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.“ Mit den Worten leitet Jesus im Matthäusevangelium, Kapitel 6 (Vers 8) zum Vaterunser über. Dem gemeinsamen Gebet der Christenheit seit 2000 Jahren.

Im Gebet geht es darum, dass ich Gott sehe. Gott, der meine Bedürfnisse kennt. Ich darf Gott ausdrücklich mit Vater anreden. Als guter Vater, der er ist, kennt er sein Kind und gibt mir, was ich in seinen Augen brauche. Ohne, dass ich lange betteln muss.

Beten lebt davon, dass Gott mich sieht und ich ihn.

Autor: Pastorin Elke Drossmann


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